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Archive für August 2010

Kontact, Kmail, Address Book - Nachtrag 2

Nachdem ich gerade auf einem PC mal wieder Opensuse 11.3, KDE 4.5, Kontact und Kmail installiert habe, eine kleine Hilfestellung dazu, wie man Kontact-Adressbücher auch unter Kmail und seiner automatischen Addressbuch-Suche/-Vervollständigung zum Laufen bekommt.

Standardmäßig ist Kontact ja mit einem Adressbuch “Persona Contacts” ausgestattet. Trägt man dort Adressen ein, so erwartet man, dass diese Adressen bei Anlage einer neuen Mail als Vorschläge auftauchen, wenn man die ersten Buchstaben der Adresse in eine Adressleiste der neuen Mail eintippt. Dies ist leider nicht der Fall. Aber ein kleiner Trick - nämlich ein Umweg über die KDE-Systemeinstellungen für Resourcen - führt zum Erfolg. Inzwischen nicht nur für die unter Kontact als “traditionelle” Adressbücher bzeichneten Ressourcen, sondern auch für reine Akonadi Adressbücher.

Vorgehen für ein traditionelles Adressbuch:

Ic beschreibe hier die Schritte beispielhaft für das Adressbuch eines Open-Xchenage-Servers. Das geht aber genauso für Adressbücher auf Ordner, File und VCF-basis.

  • Schritt 1: Man starte Kontact, wechsle dort in den Bereich Kontakte. Klick mit der rechten Maustaste in den Bereich “Address Books”. Auswahl “Add address book”. Nachfolgend Auswahl von “KDE Address Book (traditional)”.
  • Schritt 2: Im folgenden Dialog Auswahl “OpenXchange-Server”. Dann die Server-Angaben vervollständigen. Z.B.:
    URL: http://OX.meinedomaine.de (falls der Server OX heisst und über diesen Namen (DNS) ansprechbar ist).
    USer und Passwort angeben. Danach den Button “Select Folder” wählen und eines der zugänglichen persönlichen oder globalen Adressbücher auf dem Open-Xchange Server auswählen.

  • Schritt 3: Ggf. im Dialog zum OX-Adressbuch auch noch angeben, ob man immer das ganze Adressbuch laden will oder nur die Änderungen seit der letzten Synchronisation. Diese Entscheidung hängt im Besonderen von der Größe des Adressbuchs, der Frequenz der Aktualisierung und der resultierenden System- und Netz-Belastung ab.
  • Schritt 4: Name des Adressbuchs auf dem lokalen System angeben. Dieser Name legt de Bezeichnung als lokaler Folder und auch als Akonadi-Resource fest. Danach “Finish”. Nun sollten die Adressen vom Server geladen und mit dem Inhalt der eben angelegten lokalen KDE-Adsressbuch-Ressource abgeglichen werden.
  • Schritt 5: Dieser Schritt ist von besonderer Bedeutung und muss leider und unverständlicherweise manuell durchgeführt werden! Öffnen von KDE’s “Systemeinstellungen”. Unter KDE 4.5 geht man nun auf den Punkt “Persönliche Informationen / KDE Ressourcen”. Dort wählt man in der Ressourcen-Auswahl “Kontakte”. Dann “Hinzufügen”. In dem nachfolgenden Dialog “OpenXchange-Server”. Die nachfolgenden Punkte entsprechen exakt denen von Schritt 2. Danach klicken wir “Anwenden”.
  • Schritt 6: Über die “Akonadi-Einrichtung” (Startmenü -> Suchen -> “Akonadi”) prüfen, dass das Addressbuch auch als Akonadi-Resource angelegt ist.
  • Schritt 7: Systemeinstellungen schließen, Kontact schließen, ausloggen, KDE neu starten, einloggen, Kmail öffnen.
  • Schritt 8: Testen, dass beim Schreiben einer neuen Mail die automatische Adress-Completion für Adressen aus der angelegten OX-”Address Book”-Ressource funktioniert.

Vorgehen für ein Akonadi-Adressbuch:

Wir können die Beschreibung hier auf die unter Opensuse bereits angelegte Akonadi-Adressbuch-Ressource beschränken. Andere Akonadi-Ressourcen muss man halt vorher anlegen (u.a. über Kontact). Angelegt ist unter OPensuse das Akonadi-Adressbuch “Personal Contacts”.

  • Schritt 1: Verifizieren, das das zu verwendende Akonadi-Adressbuch “Personal Contacts” bereits als Akonadie-Ressource existiert. Hierfür kann man erneut die “Akonadi-Einrichtung” benutzen.
  • Schritt 2: Öffnen von KDE’s “Systemeinstellungen”. Unter KDE 4.5 geht man nun erneut auf den Punkt “Persönliche Informationen / KDE Ressourcen”. Dort wählt man in der Ressourcen-Auswahl “Kontakte”. Dann “Hinzufügen”. Im folgenden Dialog “Akonadi-Adressbücher” wählen. Danach erscheinen in einem weiteren Dialogfenster dann die bereits als Akonadi-Ressourcen erfassten reine Akonadi-Adressbücher, aber auch die traditionellen Adressbücher, die inzwischen als Akonadi Ressourcen erfasst und verfügbar gemacht wurden. Hier wählen wir natürlich die Akonadi-Resource “Personal Contacts”. Abschließend klicken wir auf “Anwenden”.
  • Schritt 3: Systemeinstellungen schließen, Kontact schließen, ausloggen, KDE neu starten, einloggen, Kmail öffnen.
  • Schritt 4: Testen, dass beim Schreiben einer neuen Mail die automatische Adress-Vervollständigung mit Adressen aus der neuen Akonadi-Adressbuch-Resource “Personal Contacts” funktioniert.

Die Akonadi Ressource “Personal Contacts” lässt sich übrigens weiter in verschiedene Unterrordner untergliedern. Auch diese Unterordner kann man als aeparate Adressbuch-Ressourcen ansprechen.

Fazit

Unter Opensuse 11.3 und KDE 4.5 kann man traditionelle Adressbücher und Akonadi-Adressbücher nebeneinander mit Kmail verwenden. Schade nur, dass es nicht mit dem Anlegen der jeweiligen Adressbücher unter Kontact getan ist, sondern dass der User zusätzlich manuell “Ressourcen”-Einstellungen in den “Systemeinstellungen” vornehmen muss.

Man versteht, dass die Ressourcenverwaltung unter den KDE-Systemeinstellungen künftig eine sehr weitgehende Flexibilität und sehr feine Anpassungen bzgl. der von den KDE-Programmen tatsächlich einzusetzenden Ressourcen bieten wird. Im Moment ist dies für Kontact-Anwender aber nicht ersichtlich - zumal im Falle von OX-Kalendern tatsächlich ein automatischer Eintrag als KDE-Ressource erfolgt. Hier sollten die KDE-Entwickler die Usability verbessern und weitere Hinweise und Dialoge in Kontacts Adrssbuc-Bereich einbauen.

Lokale MySQL-/PhpMyAdmin-Installation

Als IT-Mensch ist man oft unterwegs und möchte gerne die Zeit mit seinem Laptop für Entwicklungsarbeiten benutzen - in meinem Fall für LAMP-Applikationen. Für derartige Web-Applikationen benötigt man auf einem solchen lokalen Test- und Entwicklungssystem neben einem Apache-Web-Server i.d.R. auch einen lokalen Datenbankserver, den man dann eventuell mit PhpMyAdmin verwalten will. Ich gebe hier ein paar kurze Hinweise zur Installation von MySQL unter Opensuse 11.3. Wir besprechen hier nur die einfachst mögliche Installation. Sind keine speziellen Anforderungen gegeben, reicht das für Entwicklertests vieler einfacher Anwendungen schon aus.

PhpMyAdmin und vermutlich auch die zu testenden PHP-Applikationen erfordern einen bereits vorhandenen Web-Server mit PHP-Modul. Wie man sich den verschafft, habe ich in einem früheren Beitrag dargestellt.

http://linux-blog.anracom.com/2010/07/25/lokaler-apache-test-server-fur-php5/

MySQL-Installation

Die MySQL-Installation unter Opensuse 11 ist mit Yast recht einfach. Für den Server und einige nützliche Tools habe ich folgende Pakete aus dem Standard-SuSE-Repository installiert. (Für aktuellere Versionen und Varianten von MySQl werfe man bei Bedarf einen Blick in folgendes Repository: http://download.opensuse.org/repositories/server:/database/openSUSE_11.3/ )

  • mysql-community-server
  • mysql-community-server-client (!)
  • libmysqlclient16
  • libmysqlclient_r16
  • libmysqld0
  • libqt4-sql-mysql
  • php5-mysql
  • php5-mbstring
  • php5-mcrypt
  • php5-zlib
  • php5-hash
  • mysql-administrator
  • mysql-gui-tools
  • mysql-query-browser
  • mysql-workbench
  • mytop
  • qt3-mysql
  • perl-DBD-mysql

Nachtrag 20.04.2011:
Die Funktionalität des Pakets “mysql-administrator” ist mittlerweile im Paket “mysql-workbench” aufgegangen. Unter Opensuse 11.4 existiert das Paket “mysql-administrator” deswegen nicht mehr.

(Nebenbei: Man achte auf die feine Unterscheidung in der Paketbezeichnung, die mit der Übernahme von Sun durch Oracle Einzug gehalten hat. Es heißt jetzt an zwei Stellen : community. Ein Synonym für künftig eingeschränkte Funktionalität? Ich ahne schon, dass ich mich bald wieder intensiv mit Postgres auseinandersetzen werde. Überhaupt tauchen Oracle-Embleme inzwischen an jeder Ecke im Linux-System auf. Da merkt man erst, was wir möglicherweise mit Sun verloren haben. Aber das ist ein Thema für sich …. ).

Die genannten Pakete ziehen unter Yast ggf. die Installation weiterer benötigter Pakete nach sich.

Nach der Installation startet man den Datenbankserver unter Opensuse mit “rcmysql start”. Geht dies fehlerfrei, so setzt man nun ein erforderliches MySQL-Root-Passwort mit

mysqladmin - u root password ‘ein_passendes_Passwort’

(Die Anführungszeichen sind ernst zu nehmen! Der ‘root’-User für MySQL ist übrigens nicht mit dem Linux-System-Verwalter-Account zu verwechseln!).

Nachtrag - 20.04.2001:
Ist der eigene PC/Server benannt und einer Domaine zugeordnet - etwa als “mytux.mydomain.de” -, sollte man zusätzlich

mysqladmin - u root -p -h mytux.mydomain.de password ‘ein_passendes_Passwort’

ausführen. Man wird dabei nach dem zuvor angegebenen MySQL-Root-Passwort gefragt.

Alle nachfolgenden Verwaltungsaufgaben - wie die Anlage neuer User und deren Zugriffsrechte von verschiedenen Arbeitsstationen aus - kann man danach mit dem Kommandozeilentool “mysqladmin” oder mit dem grafischen Tool “MySQL Administrator”

/usr/bin/mysql-administrator

durchführen (Nachtrag: bzw. neuerdings mit den Admin-Tools der “mysql-workbench”). Letzteres Tool benutzt man für umfassendere Konfigurationsarbeiten bzgl. der Datenbank als (System-) root, da die Hauptkonfigurationsdateien

“/etc/my.cnf”
“/etc/mysqlaccess.conf”

aus Sicherheitsgründen nur für root schreibbar angelegt werden.

Hinweis: Will man sich den “MySQL Administrator” graphisch auf die eigene KDE-Useroberfläche oder in den “Arbeitsflächen-Ordner” legen, so gibt man in der Konfiguration des Plasma-Icons als Programmaufruf

“/usr/bin/xdg-su -c /usr/bin/mysql-administrator”

an - um den grafischen sudo-Berechtigungsdialog für die Eingabe des root-passwords auf den Schirm zu bekommen. Ähnliches gilt für die Workbench.

Das Kommandozeilentool “mysql” ruft man über

mysql -u root -p

auf und gibt dann danach das oben gesetzte MySQL-root-Passwort ein.

Für einen lokalen Testserver ist das oben Beschriebene als Ausgangsbasis für weitere Arbeiten (Anlegen und Konfiguration der benötigten Datenbanken und Tabellen) hinreichend. Für eine Produktiv-Umgebung sollte man besser eine “secure installation” durchführen. Genaueres dazu findet man unter den Links am Ende des Artikels.

Minimale PhpMyAdmin-Installation

Für unseren lokalen Testserver wollen wir nun PhpMyAdmin installieren. Auch hier besprechen wir nur die einfachst mögliche Implementierung. Voraussetzung ist, dass auf dem Apache-Server PHP5 installiert ist.

Zunächst prüfen wir, dass zusätzlich folgende Pakete installiert sind:

  • php5-mysql
  • php5-zip
  • php5-bz2
  • php5-mcrypt
  • mcrypt

und bei Bedarf ggf.

  • php5-pear
  • php5-pear-Crypt_Blowfish

Dann laden wir uns von der Seite

http://www.phpmyadmin.net/home_page/downloads.php

phpMyAdmin-3.3.5-all-languages.tar.gz

herunter und entpacken die Dateien in einem lokalen Verzeichnis. Wir gehen davon aus, dass unser lokaler Webserver ein DocumentRoot-Verzeichnis

/srv/www/htdocs

aufweist. Wir legen nun ein Verzeichnis

/srv/www/htdocs/phpmyad

an und kopieren dorthin den Inhalt (!) des vorher aus dem tar-Archiv erzeugten Verzeichnisses “phpMyAdmin-3.3.4-all-languages”.

Danach legen wir ein Verzeichnis

/srv/www/htdocs/phpmyad/config

an und machen es temporär für die Welt schreibbar

chmod 757 /srv/www/htdocs/phpmyad/config

Nun öffnen wir einen lokalen Browser und geben als Adresse an

http://localhost/phpmyad/setup

Auf der neuen Seite drüken wir den Button “Neuer Server”. Im folgenden Dialog “Grundeinstellungen” lassen wir alles unverändert (u.a. den Hostnamen auf “localhost” ) und wählen als Auth-Typ “cookie”. Wir wechseln nun zum Reiter “Serverkonfiguration” und erlauben dort den “root”-Login, damit wir danach Datenbanken anlegen können. Wir speichern dann die Einstellungen. Auf der folgenden Seite wählen wir ggf. “Deutsch” als voreingestellte Sprache und speichern erneut. Wir drücken nun abschließend den Knopf “Laden”.

Im nachfolgenden Schritt kopieren wir die frisch erzeugte config-Datei in das phpmyad-Verzeichnis:

  cp         /srv/www/htdocs/phpmyad/config/config.inc.php          /srv/www/htdocs/phpmyad/

Danach geben wir im Browser ein

http://localhost/phpmyad/

Im nachfolgenden Dialog authentifizieren wir uns als “root” (dies ist der mySQL-root-user) mit dem Passwort, das wir oben am Ende der MySQL-Installation vergeben hatten. Danach sollte die PhpMyAdmin-Oberfläche auftauchen. Nun können wir auf einfache Weise evtl. vorhande Datenbanken importieren, User dazu anlegen und die benötigten Rechte vergeben !

Hinweis:
Die Warnungen und Informationen zur sicheren Verbindung und zur Deaktivierung bestimmter Möglichkeiten sollten uns nachdenklich machen und zu weiteren Arbeiten anregen. Für einen lokalen Testserver ist das ggf. nicht wichtig - wohl aber in Produktivumgebungen! In diesem Beitrag sparen wir uns aber eine Vertiefung.

Abschließender Schritt: Die Schreibrechte auf dem Verzeichnis “config” entfernen wir aus Sicherheitsgründen wieder.

Links

http://de.opensuse.org/MySQL
http://de.opensuse.org/Apache/SSL,_MySQL_und_PHP
http://www.susegeek.com/internet-browser/install-configure-lamp-apachemysqlphp-in-opensuse-110/
http://dev.mysql.com/doc/refman/5.1/de/installing.html
http://dev.mysql.com/doc/refman/5.1/de/default-privileges.html
http://www.howtoforge.com/perfect-server-opensuse11-p4
http://www.unixmen.com/linux-tutorials/237-install-lamp-in-openuse-110-and-111

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